Samstag, 25. Oktober 2014

18.9.-18.10.: der fünfte Monat

Jaja, wir sind etwas spät dran, aber man mag es uns nachsehen, wir müssen ja schließlich relaxen.

Fakt ist jedoch, dass wir nun schon über 5 Monate unterwegs sind. Krasses Ding, aber wenn man bedenkt, was wir alles gesehen und erlebt haben, erscheinen einem 5 Monate fast zu kurz. Und es ist auch nicht so, als würden wir uns ständig entgeistert ansehen und ausrufen:"Waaaas? Schon 5 Monate rum? Wie schnell ging das denn, bitteschön?" Klar kann ich mich noch genau an den Tag erinnern, an dem ich auf meiner Couch in Frankfurt saß, eine Wiederholung der Geissens (euch schockt nach 5 Monaten sicherlich nichts mehr!) im Fernsehen anschaute und eigentlich nur die Zeit absaß, bis endlich das Taxi zum Flughafen angerauscht kam. Ja, es erscheint mir, als sei es vor zwei Wochen gewesen und dennoch bin ich nicht wehmütig oder schockiert oder traurig, dass es doch schon 5 Monate sind. Alles ist gut, wie es ist und jetzt langweile ich euch noch ein bisschen mit unserer Statistik:

Tankfüllungen: 36
Im Auto zurückgelegte km: 16.130
Im Flugzeug zurückgelegte km (ohne den Flug nach Kanada): 4.582

Verbrachte Nächte: 
AirBnB: 53
workaway: 47
Ferienhaus: 13
Camping/Auto: 10
B&B: 8
Schiff: 7
Hotel: 6
Cabin: 6
Motel: 2
Couchsurfing: 1 (ob sich dieser Wert jemals ändern wird?)
Family&Friends: 1

Bei allen anderen Parametern hat sich nichts geändert. Wird Zeit, dass wir wieder ins Burger-, Kultur-, Wander- und Postkartengeschäft einsteigen!

Hier nun unsere Karte bis 18.10. Man erkennt nur Striche...die kleinen Pfeile zeigen an, dass wir geflogen sind.


Und jetzt entschuldigt mich bitte. Ich muss dringend an meiner "inderSonneamPoolliegenundCocktailtrinken"-Statistik arbeiten!









Donnerstag, 23. Oktober 2014

Laundry Salons in and around Canada - Part 9: Nimpo Lake, BC

Während unserer Zeit am Nimpo Lake hatten wir keinen großen Kleidungswechselbedarf. Es gab Arbeitsklamotten für vormittags, Gammelklamotten für ab nachmittags und Schlafklamotten für nachts. Dennoch wurden insbesondere die Arbeitsklamotten stark beansprucht und wir haben glücklicherweise eine leistungsstarke Waschmaschine auf dem Resortgelände gefunden, mit der wir uns im Kampf gegen Elchblut, Erde, Wasserflecken, Schutt, Öl und allerhand anderen Widrigkeiten verbünden konnten. Reiner Luxus, denn wir konnten quasi waschen, wann wir wollten und mussten zur Abwechslung mal keine Münzen einwerfen.



Nette kleine Anekdote am Rande: in dieser Lokalität wurde mir die verantwortungsvolle Aufgabe übertragen, die Leinentücher, in die die Elchteile eingewickelt waren, zu waschen. Mit spitzen Fingern hob ich also die "wohlriechenden" und "schneeweißen" Tücher in die Waschmaschine, nur um sie 50 Minuten später in den Trocker zu transferieren. Dabei wurde mir leider etwas schlecht, denn in der Waschmaschine befanden sich nach dem Waschgang nicht nur gebleichte Leinentücher, sondern auch noch ein paar Elchhaare sowie gewaschenes Elchfleisch. Hmm, lecker. Mr. T. musste umgehend mit Küchenrolle und Glasreiniger anrücken, um die Waschtrommel von allen Überresten zu befreien. Ich brauch Euch wohl nicht erklären, weshalb ich danach nicht mehr sooo viel Lust hatte, unsere Wäsche dort reinigen zu lassen.



Dienstag, 21. Oktober 2014

Achtung, Kontrolle!

Das Abenteuer Nimpo Lake haben wir hinter uns gebracht. Endlich sind wir wieder freie Menschen und können tun und lassen, was wir wollen, nichts und niemand kann uns aufhalten. Frei nach Daniela Katzenberger: „Nothing’s gonna stop me now!“ Haaaalt – wir haben unsere Rechnung ohne den Wirt, in diesem Fall in Person eines amerikanischen Grenzbeamten, gemacht. Aber mal ganz langsam und von vorne, wir holen euch erst mal ab: Wir erinnern uns alle, dass die Familie T. im August das erste Mal die kanadisch-amerikanische Grenze überquert hat, um durch Neuengland zu reisen und eine Hochzeit in Boston zu besuchen. Als deutscher Staatsbürger bekommt man bei Einreise aus touristischen Gründen in die USA eine Aufenthaltsgenehmigung für 90 Tage. Wir reisen also am 9. August ein und dürfen, rein theoretisch, bis 6. November bleiben. Noch alle da? Natürlich lest ihr alle regelmäßig unseren Blog und wisst, dass wir NICHT die ganze Zeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gechillt haben, sondern die meiste Zeit in Kanada damit beschäftigt waren, von Ost nach West zu tingeln und ein bisschen Elchteile zu schleppen. Okay, ein Wöchelchen Alaska sei uns gegönnt. Summa Summarum haben wir also seit Ersteinreise 17 Tage bei Obamas Schäfchen verbracht. Jetzt planen wir den nächsten USA-Coup: viereinhalb Wochen, die sich auf Seattle, New York und Florida verteilen. Geplante Rückreise nach Kanada: 13. November. Aufgepasst? Nein? Dann noch mal oben anfangen zu lesen. Falls doch, dann habt ihr sicherlich schon messerscharf gefolgert, dass es hier zu einem Interessenskonflikt zwischen uns und der amerikanischen Einwanderungsbehörde kommt. Richtig! Der Stempel in unserem Pass sagt, wir müssen am 6.11. raus (ähnlich wie bei Big Brother, bei dem die rausgewählten Kandidaten einen RAUS-Stempel auf die Stirn geklatscht bekommen), mer wolle abber bis zum 13. bleiwwe. Selbstverständlich hat das der guten Frau T. schon im Vorfeld einige Bauchschmerzen bereitet. Wie sollte es auch anders sein. Aber so ein bisschen sind wir halt doch schon abgebrühte Kanadier geworden und so lassen wir es einfach darauf ankommen. Wird schon alles gut gehen. Wieso auch nicht?
Frohen Mutes (okay, und ein kleines bisschen nervös) nähern wir uns also der Grenze. Es gibt zwischen Vancouver und Seattle mehrere Grenzübergänge und auf Empfehlung Rollies hin (ihr erinnert euch, unser kerniger Gastgeber vom Nimpo Lake) vermeiden wir jenen, der dafür bekannt ist, dass vermeintlich ganz genau geprüft wird. Wir tuckern zum Grenzbüdchen und reichen dem freundlich grüßenden jungen Mann unsere Reisepässe. Er bittet uns, das hintere Fenster herunterzulassen, so dass er einen Blick ins Auto werfen kann, fragt, wo wir hin möchten und wie lange wir gedenken zu bleiben. Wir antworten besten Wissens und Gewissens und er stellt fest, dass wir dann ja neue grüne Einreisezettelchen benötigen. Rischdisch! Er sagt, wir sollen einmal um die Ecke fahren und dort parken und dann ins Büro kommen, er hat dort unsere Pässe. Na, das läuft ja wie geschmiert. „Ist also nur eine pro Forma Sache, das ist doch cool“ sage ich völlig euphorisiert ob der vermeintlich einfachen Handhabe zu Mr. T. Wir gehen also ins Büro und werden dort von einem Kollegen von dem netten Mann herangewunken. Er hat sich in der Zwischenzeit unsere Pässe gekrallt (Nein! Gib sie wieder dem lieben Mann!) und klärt uns darüber auf, dass wir eine Woche länger bleiben wollen als wir eigentlich dürfen. Gähn! Ja, das wissen wir und es tut uns leid und wir hätten gerne neue grüne Zettelchen und unseren Teller essen wir heute Abend auch auf. So einfach ist das nicht, teilt er uns jedoch mit. Sowas geht nicht, man kann das I-94 (so der offizielle Name des Visa Waiver Programms, das es deutschen Staatsbürgern ermöglicht, 90 Tage ohne Beantragung eines Visums im Land zu bleiben) nicht einfach verlängern. Warum haben wir kein Visum beantragt, wenn wir länger als 90 Tage bleiben wollen? Wir erklären, dass wir doch gar nicht 90 Tage im Land sind/waren, dass wir die ganzen letzten Wochen in Kanada waren und dass wir im November dorthin zurückfahren, ja, dass wir sogar einen Job dort haben. Er sagt, er muss uns noch mehr Fragen stellen, denn er muss sicher gehen, dass wir nicht im Land bleiben wollen. Häh? Wir zeigen ihm Rückflugtickets, Bestätigung der Wohnungsbuchung, erklären ihm, wo wir arbeiten werden, aber all das interessiert ihn nicht bzw. kann er es scheinbar nicht verarbeiten. Wieder und wieder fragt er die gleichen Sachen, will wissen, wieso wir überhaupt auf eine so wahnwitzige Idee kommen, ein Jahr einfach mal herumzureisen? Sind wir verheiratet (ei, schau doch mal in die Pässe, guter Mann!)? Haben wir Kinder? Wir haben keine Kinder? Was arbeiten wir zuhause? Tour Operator? Was ist das? Ah, Travel Agent…..und schon hat er einen Aufhänger. Also, als Travel Agent müsste ich doch wohl wissen, dass man ein Visum braucht, und so weiter und so fort und bli und bla blubb… Ich höre auf einmal so ein Rauschen in meinen Ohren und fühle mich wie kurz vor dem Platzen der nicht vorhandenen Krawatte. Jetzt will sich der nette Beamte aber erst einmal unser Auto genauer anschauen. Wir dürfen nicht mit, dürfen ihm jedoch durch die Scheibe zusehen, wie er sich erstmal locker ein paar Minuten mit seinem Kollegen unterhält (huch, er kann lächeln), dann halbherzig ein paar Taschen im Auto hin und her schiebt und zu guter Letzt noch die Dachbox öffnet, ohne sie vorher aufzuschließen. Die Dachbox! Ihr erinnert euch abermals! Die Dachbox ist quasi unser siegfriedsches Schulterblatt. Jetzt hebt er sie auch noch aus den sorgfältig von Mr. T. und unserem Freund M in Jasper reparierten Angeln. Faust in den Mund stopfen, nicht schreien! Cool bleiben, nicht aufregen. Mr. Wichtig beendet seine Suchaktion, kommt wieder hinter den Schalter und winkt uns genervt zu sich und stellt wieder alle Fragen noch einmal von vorne. Mittlerweile ist ER schon den Tränen nahe aufgrund unserer für ihn wohl offensichtlichen Unverfrorenheit. Mit fast schon zitternder Stimme fragt er uns erneut: „But why didn’t you apply for a visa?“ Ei, ham mer halt net gemacht, aus die Maus, kann ja keiner wissen, dass sich der Hannebambel so anstellt. Er verschwindet erneut, diesmal in einem Glaskasten am Ende des Raums. Kurz danach kommt er wieder, informiert uns, dass er seinen Supervisor zu Rate gezogen hat und wir nun neue grüne Zettel ausfüllen dürfen (natürlich nicht, ohne uns noch den Kommentar zu drücken, dass er bzw. die Vereinigten Staaten dazu keineswegs verpflichtet seien). Hallelujah! Warum nicht gleich so? Wir füllen grüne Zettel aus, bekommen weiße in den Pass gestempelt (nicht hinterfragen, einfach nur raus hier), zahlen 2x 6 USD für diesen unglaublich liebenswürdigen Service, verabschieden uns, gehen zu unserem Auto, richten die Dachbox, fahren los. Zornestränen laufen Frau T. über die Wangen, bösartigste Schimpfworte verlassen ihren Mund. Dennoch: wir haben es geschafft! Wir dürfen erneut 90 Tage im gelobten Land bleiben. Welcome to the USA, kann ich da nur sagen! Der Zorn legt sich, die Vorfreude auf das Wiedersehen mit der Familie in wenigen Tagen breitet sich aus, wäre da nicht ein klitzekleines Detail, das wir in dieser Aktionskette übersehen haben: wir dürfen bis 11. Januar in den USA bleiben…….am 7. Januar wollen wir nach Hawaii! Aloha!

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Irgendwo im Nirgendwo


Über die geografische Lage des Nimpo Lake sowie der gleichnamigen Ortschaft haben wir ja schon in einem vorangegangenen Beitrag informiert. Heute deshalb mal ein etwas philosophischer Einstieg: Es ist für europäische Gehirne (und auch für die meisten kanadischen) nur sehr schwer zu verstehen, dass wir uns hier trotz aller Abgeschiedenheit im zentralen British Columbia befinden, sogar noch in der südlichen Hälfte. Die Weiten, die sich im wirklichen kanadischen Norden auftun, müssen einfach überwältigend sein. In alle Richtungen überwältigend. Denn sehnen gerade wir hektischen mitteleuropäischen Großstädter uns ja fast schon grundsätzlich danach „mal raus zu kommen“, mal völlig Ruhe zu haben, mal alles ausblenden zu können, erfährt man dann, wenn es tatsächlich so weit ist, wie beklemmend das auch wirken kann und was Einsamkeit (in unserem Falle Zweisamkeit) bedeutet. Absolute Stille und nachts absolute Dunkelheit. Ein Rascheln hier, ein Rascheln da, hinter dem  prinzipiell alles stecken kann. Dafür kann man die Milchstraße sehen. Wenn man sich denn raus traut. Das klingt jetzt viel negativer, als es eigentlich gemeint ist, verdeutlicht einem aber vielleicht etwas, wie man sich hier AUCH fühlen kann, vor allem über einen längeren Zeitraum. Die andere Seite der Medaille ist der größte Abenteuerspielplatz, den Frau und Mr. T. in ihrem Leben jemals gesehen haben. Das Berühren der Figuren ist erlaubt und heute alle Fahrten frei. 


Zuerst einmal kommen wir hier aber am Ankunftstag etwas zu früh an, so dass uns unser Gastgeber Rollie, Chef des hiesigen Resorts, noch nicht erwartet und wir ihn im befleckten Poloshirt (zu diesem Zeitpunkt wundert uns das noch) und total dormelig (dusseligverschlafen) in seinem Stammsessel im Wohnzimmer des Haupthauses vorfinden. Zu seiner Entschuldigung muss hervorgebracht werden, das Rollie die ganze Nacht nicht geschlafen hat und erst gegen Mittag von einem Einsatz zurückkam. Hier, wo wir sind, gibt es nämlich keine normalen Krankenwagen, geschweige denn Notärzte. Auf jedem Planquadrat XY sitzen hier lediglich sogenannte Paramedics, Zivilisten mit (wir schätzen mal) Rettungssanitäter Ausbildung, die über eine Zentrale in Kamloops (diverse Tagesritte entfernt) per Funk koordiniert werden. Gibt es hier also einen medizinischen Notfall, wählt man 112 in Kamloops und die alarmieren dann per Pieper den jeweiligen regionalen Rollie. Dieser schwingt sich in sein Privatfahrzeug, trifft sich am Ambulanzbüro mit einem zweiten Paramedic (Optimalfall) oder zumindest einem Fahrer (Normalfall) und dann geht’s schnellstmöglich zum Patienten. Dort wird dann die Erstversorgung geleistet und die ernsten Fälle müssen zu ‘ner Station mit Nurse, die ganz ernsten in die Klinik nach Williams Lake, dreieinhalb Stunden Fahrtzeit entfernt. Kurz zusammengefasst: man wird hier besser nicht krank und tut sich nicht ernsthaft weh. Dies ist allerdings etwas leichter gesagt als getan, wie wir in den Folgetagen feststellen werden. Rollies Frau Tammy treffen wir bei unserer Ankunft nicht an, wie wir von ihm erfahren, arbeitet diese von Dienstag bis Freitag im zweieinhalb Stunden entfernten Bella Coola als Krankenschwester, hat dort ein Appartement und ist somit nur am Wochenende zugegen. Weitere Angestellte gibt es, entgegen unseren Erwartungen, keine. Zum Resort: Dieses liegt umwaldet, wirklich wunderschön, auf einer exklusiven kleinen Halbinsel. Auf deren einen Seite reihen sich die 6 Cabins des Resorts sowie das Haupthaus hübsch halbkreisförmig am Seeufer auf, auf der anderen Seite befindet sich eine ganz kleine Bucht, hier liegt der Dock mit den zu vermietenden Motorbooten und Rollies Wasserflugzeug. Der Mann ist nämlich auch noch Pilot. Zudem besitzt das Anwesen noch einige RV-Plätze mit Hook-Up (Wasser und Strom) sowie ein paar Zeltplätze. In dieser Aufzählung klingt das alles viel eher nach französischer Riviera als kanadischer Wildnis, man muss sich das hier aber etwas rustikaler vorstellen. 

Unsere Staff Cabin
 Die Cabins haben durchaus Charme, sind auch voll ausgestattet, man muss aber bei Style und Komfort (und Geruch) doch einige Abstriche machen und sie sich auch, wenn’s hart auf hart kommt, mit allerlei Getier wie (Fleder-)Mäusen teilen. Zudem werden sie ausschließlich durch einen Holzofen beheizt, was uns dann auch schnell von dem Gedanken kuriert, unsere Staff-Cabin in zweiter Reihe (leidlich elektrisch geheizt) gegen eine der Gästecabins zu tauschen. Von der Kapazität her wäre das jedoch kein Problem gewesen. Bei unserer Ankunft sind noch zwei Cabins und ein RV-Platz belegt, die Gäste reisen aber in unserer ersten Woche ab und waren auch mehr oder weniger die letzten der Saison, die laut Rollie auch insgesamt ziemlich schwach war. Als wir mit ihm darüber sprechen, ist ihm anzumerken, dass er leicht ins Sentimentale abdriftet, als er uns erzählt, dass es hier früher viel, viel „busier“ war. Wahrscheinlich ist auch dies (sowie das fortgeschrittene Alter der Besitzer) ein Grund, warum das Resort zum Verkauf steht. War diese Tatsache für uns auf den ersten Blick noch etwas irritierend, mussten wir danach feststellen, dass hier in der Umgebung mindestens jedes zweite Grundstück zum Verkauf steht. Die Maklerschilder sind fast schon obligatorischer Bestandteil der Zufahrten. Als Frage stellt sich uns nur: wer soll das alles kaufen?!
Unsere Arbeitsaufgaben drehen sich hier also weniger um den Gastbetrieb (wie wir es uns so schön naiv vorgestellt hatten), als vielmehr um die Pflege und Instandhaltung des Anwesens, ergo Grünabfälle entsorgen, Feuerholz machen, Reinigung und Entrümpelung der zahlreichen Lager-/Werkstatthütten, usw. Mit anderen Worten: es darf ordentlich malocht werden und abends unter der Dusche läuft es schwarz von den Füßen und aus der Nase. Rollie lässt uns aber hierbei ziemlich freie Hand und wir dürfen uns nach Belieben austoben. Highlight unserer ersten Arbeitswoche ist der monströse Dodge Ram-Pickup von anno dazumal, Schaltgetriebe, mit dem wir mehrmals am Tag auf den 3 Kilometer entfernten Grünmüll röhren und dabei die Kühe in Angst und Schrecken versetzen, die hier (Prinzip: open range) einfach überall „grasen“. Ab und an verirren sich auch manche auf das Resort, denen rücken wir dann mit dem Quad und einer Nebelhornfanfare zu Leibe. Da rennt das Vieh!


Damit der arme Rollie abends nicht so alleine ist, beschließen wir, das tägliche Dinner mit ihm zusammen im Haupthaus einzunehmen. An den ersten beiden Abenden übernehmen wir die Küchenregie (sicher ist sicher), kommen aber dennoch an drei der ersten fünf Tage in den Genuss von Elchfleisch in den verschiedensten Darreichungsformen. Tapfer, Frau T.! Schon nach dem zweiten Essen ist unser Hausherr übrigens vollends davon überzeugt, dass wir „wonderful people“ sind und er uns das Resort sehr, sehr gerne verkaufen (zur Not sogar schenken) würde. Rollie wird am Ende des Tages immer ganz redselig und gesellig, was auch daran liegt, dass er sich allabendlich locker 3-5 Humpen „Crown Royal“ reinfährt, Rum mit Diet-7up. Na Prosit, wenn der Pieper geht… Außerdem telefoniert er jeden Abend mit Frau Tammy und uns tut diese schon fast leid, denn überspitzt gesagt ignoriert Rollie deren Stories immer mehr oder weniger und plärrt lustige Zwischenkommentare in den Hörer. Mit aufs Klo nimmt er den Apparat auch, wenn es denn mal Not tut. Später in der Woche haben wir dann aber die Gelegenheit Tammy kennenzulernen und Rollies Telefonierverhalten wundert uns gar nicht mehr so. Positiv umschrieben hat Tammy ein sehr stoisches Wesen, emotionale Zustände finden irgendwie nicht statt. Dafür hat sie die Neigung, einem in völliger Monotonie irgendwelche Kassetten aufs Ohr zu drücken, denen man schon auf Deutsch wohl kaum folgen könnte, in Englisch wird es dann grotesk. Begründen könnte sich ihre Eigentümlichkeit eventuell in ihrer Ernährung, Tammy verzichtet nämlich komplett auf Kohlehydrate. Wir meinen, low-Carb ist ja noch vertretbar, aber wer komplett auf die guten Travellerkumpel Kartoffel, Nudel und Brot verzichtet, dem können auch wir nicht helfen. Das muss einfach aufs Gemüt schlagen. Erst ganz am Ende unseres Aufenthaltes hier scheint sie uns gegenüber langsam aufzutauen. Vielleicht braucht sie also auch nur einen laaaaaangen (sprich: vierwöchigen) Anlauf. Dies gleicht Rollie mit seinem Wesen jedoch dicke (wortwörtlich) wieder aus, auch wenn er die Neigung hat, manchmal ziemlich ungeniert mit nacktem Oberkörper durchs Haus zu spazieren, im Bad ab und an die Tür auflässt und auch von Händewaschen nach dem Toilettengang nicht allzu viel zu halten scheint. It’s the wildside. 


Unsere erste Woche findet dann noch einen krassen Abschluss: Als wir zur abendlichen Essenszeit mal wieder von unserer Cabin übers Grundstück zum Haupthaus spazieren, erblicken wir zwischen den Hütten zwei Hirsche. Dies erzählen wir dann sogleich ganz selig unseren Gastgebern, deren Reaktion etwas unerwartet ausfällt. Rollie rennt zum Schlafzimmerschrank, krallt sich (s)ein Gewehr und eilt nach draußen. Das Wild ist aber schon weg, wir dafür ziemlich baff. Ab da ist Rollie völlig aufgeregt, denn nachdem wir unsere Sichtung beschrieben haben, ist ziemlich sicher, dass die Tiere bejagt werden dürfen (Art, Geschlecht, Alter). Am nächsten Abend legt sich Rollie vor dem Essen auf die Lauer, die Hirsche lassen sich aber nicht blicken. Am übernächsten Abend belächeln wir fast schon wie er wiederum im Tarnhemd und Gartenstuhl sowie natürlich Crown Royal Humpen unterm Arm (da schießt sich’s gleich viel besser) aufs Grundstück schleicht, zucken dann aber umso heftiger zusammen als es zweimal knallt. Waidmanns Heil, Waidmanns Dank, der Hirsch ist hin und Mr. T. darf den ganzen nun folgenden Verarbeitungs-Prozess begleiten. Mit Rücksichtnahme auf unsere vegetarischen Leser ersparen wir uns die Details. Es sei aber versichert, dass die Jagd hier keinesfalls aus Vergnügen oder kommerziellen Gründen erfolgt, sondern das Tier komplett in Eigenbedarf verzehrt wird. Das Jagdmetier beschert uns dann auch später eine Zeit lang die alleinige Herrschaft über das Resort. Anfang Oktober steht nämlich für Rollie, Tammy und ihren Kumpel Rock die alljährliche Elchjagd auf dem Programm. Diese findet aber nicht vor Ort statt, sondern 80 Kilometer weiter nördlich an einem der unzähligen Seen in der Umgebung, die nur per Wasserflugzeug erreichbar sind. Da ein Elch aber nicht im Handumdrehen erlegt wird, sogar nach Möglichkeit derer zwei erbeutet werden sollen und sich die Sache im ungünstigsten Fall zwei Wochen ziehen kann (solange gilt der Jagdschein), ist dafür eine ausgiebige Vorbereitung nötig und es muss im Vorfeld ein richtiges „hunting camp“ errichtet werden.  Dieser Umstand beschert Mr. T. den ersten Wasserflugzeugtrip seines Lebens, ist er doch als Rollies Campaufbaugehilfe vorgesehen. Unter fleißiger Mithilfe von Frau T. muss dafür aber erstmal der Flieger mit allem, was der tägliche Bedarf so vorsieht, beladen werden. Nach und nach wandern diverse Wasserkanister, Gasflaschen, Zelte, Schlafsäcke, Stiefel, Kettensägen, Lebensmittelvorräte usw. runter an den Dock und werden dann mit mehr oder weniger chirurgischer Präzision von Rollie in (oder auf, im Falle des Faltbootes) die Cessna gepresst. Schlussendlich muss Mr. T. über den Pilotensitz auf den Kopilotenplatz klettern und nach Zustieg Rollies kann es dann losgehen. Mit allerlei Getöse und Geknatter springt die Maschine an und Rollies Anmerkung, man sei heute aber „ganz schön heavy“, trägt auch nicht unbedingt zur Entspannung Familie T.’s bei. Der Pilot vergisst dann, seine Tür zu schließen, ist aber deswegen nicht weiter tragisch, da der erste Startversuch ohnehin abgebrochen werden muss, die Maschine kommt nämlich nicht hoch. Selbst energisches Vor- und Zurückwippen Rollies während des „Anlaufs“ bringt keinen Erfolg. Mr. T. denkt sich einfach nur mantraartig: solang wir noch aufm Wasser sind, kann ja eigentlich nicht so viel passieren. Rollie nimmt den misslungenen Start gewohnt unerschütterlich, wir schippern zurück zum Dock, entledigen uns einer Wasserkiste, einer Gasflasche und des Faltboots und probieren unser Glück erneut. Diesmal gelingt der Takeoff tatsächlich und träge, aber gemütlich, brummeln wir von dannen. Mr. T. fühlt sich figurtechnisch kurz geschmeichelt, da die Maschine, sobald die Bodenhaftung nachlässt, stark nach links, Richtung Pilot, sackt. Dass die Treibstoffnadel erstaunliches Spiel in der Anzeige hat, ist sicher ganz normal und muss wohl so sein. Eine halbe Stunde später sind wir am Ziel, der Flug völlig ruhig und auch die Landung ist relativ sanft. Wir bauen ein großes Zelt auf, schlagen Feuerholz und verstauen die Werkzeuge und Vorräte wasserdicht. Nach dreieinhalb Stunden sind wir wieder zurück am Resort, die T.’s wieder vereint und ob dessen SEHR erleichtert und glücklich.
Kurzer Einschub – Frau T.‘s Wahrnehmung des Wasserflugzeugausflugs (what a word!):
Ich gebe dem Wasserflugzeug noch einen Schubser und laufe auf die Terrasse, um den Start besser verfolgen zu können. Da fällt mir auf, dass Rollies Tür noch offen steht. Panik ergreift mich und ich schreie der Ohnmacht nahe in Richtung Flugzeug „the doooor is oooooopen“. Natürlich hört mich niemand und ich versuche mich mit whatsappen abzulenken, während Rollie versucht, den Flieger in die Luft zu bekommen. Das Boot, das auf die eine Kufe geladen wurde, war wohl ‘nen Touch zu viel und trotz Wippens (ist das normal?) kommen die Männer nicht hoch. Ich bin erleichtert, als sie zum Steg zurückkehren, jetzt beginnt das Entladen und schlanker machen. Nach ein paar Minuten wagen sie den zweiten Versuch und dieser gelingt. So, was mache ich nun mit dem angebrochenen Vormittag? Am besten ganz fleißig sein, dann geht die Zeit auch schnell rum. Ich packe mir meine Arbeiterhandschuhe und laufe ein bisschen das Grundstück ab zu einer Stelle, die mal wieder gerecht werden müsste…auch so eine unserer Aufgaben. Ich mache mich also ans Werk und fühle mich etwas unsicher so ganz alleine. Einfach nicht dran denken und weiter arbeiten. Das unsichere Gefühl wird auch nicht durch die Tatsache besser, dass nur wenige Meter entfernt, der tote Hirsch „abhängt“. Nach nur wenigen Minuten fängt es auf einmal in meiner unmittelbaren Umgebung an zu dröhnen. Was ist das? Es kommt aus dem Schuppen, an dem der Hirsch hängt. Todesmutig greife ich mir eine Schaufel und nähere mich dem Schuppen und brülle laut „Hello? Hello?“. Schon wieder hört mich und antwortet keiner. Was ist denn da nur los? Ich möchte der Sache eigentlich nur ungern weiter auf den Grund gehen und so laufe ich rückwärts, immer noch mit der Schaufel bewaffnet, Richtung Haupthaus. Hier gibt es ja auch sicherlich genug zu tun. Zur Sicherheit möchte ich mich einschließen, aber die Tür ist nicht verschließbar. Hilfe!!! Putzen beruhigt sicher! In Deutschland schläft mittlerweile alles, whatsappen ist also auch keine Lösung mehr. Ich fange daher emsig an zu saugen und den Boden zu schrubben. 30 Minuten später bin ich fertig, habe in der Zwischenzeit eine tote Maus in einer Mausefalle entdeckt, und noch immer ist weit und breit nichts von den heimkehrenden Wasserflugzeuglern zu sehen. Ich fange an zu surfen und zu surfen und zu surfen, bis endlich das erlösende Dröhnen vom See ertönt. Uff, das wäre geschafft. Ich erzähle Rollie sogleich von meiner unheimlichen Nicht-Begegnung und er klärt mich auf, dass das wohl der Kompressor sein muss, den hat er vergessen auszuschalten. Gleichzeitig amüsiert er sich köstlich, weil er denkt, ich denke (denke nie gedacht zu haben…), der Hirsch hätte die Maschine angemacht…..damit darf ich mich noch die folgenden Wochen beinahe täglich aufziehen lassen. Ich übergebe wieder an Mr. T.


Nachdem am folgenden Wochenende unser Ausflug nach Bella Coola ansteht (wir berichteten), ist dann auch schon die Jagdzeit gekommen. Kollege Rock reist an und erweitert unsere Essensrunde, er ist ein guter Typ und immer für eine Story und ‘nen Spruch gut. Üblicherweise jagt er in „normal“ zugänglichen Gebieten und da ist es dann selbst hier im weiten Kanada oft mal dünne mit der Beute, so ist er ganz aufgeregt, dass er diesmal mit Rollie in so ein abgelegenes Gebiet kommt und vorfreut sich wie ein kleines Kind. Die Jagdgesellschaft macht sich auf den Weg und Familie T. ist alleiniger Herrscher über das Resort. Bahn frei im Haupthaus, entspanntes Absurfen und die Alleinherrschaft über den TV und die Gefriertruhe. Gearbeitet wird auch, aber der liebe Gott darf manchmal auch ein guter Mann sein. Abends gruselt man sich dann sanft in den Schlaf, mit dem Wissen die einzigen Menschenkinder im Umkreis einiger Kilometer zu sein. Unsere Regentschaft ist allerdings nur von kurzer Dauer, die Jagd nämlich sehr erfolgreich. Bereits am vierten Tag sehen wir den Flieger schon wieder am Dock vertaut, als wir von einer Dienstfahrt zurückkommen (alte, gammelige Möbel in die “Share Shed“ an der Müllkippe bringen, damit sie sich dort welcher Native auch immer mit heim nimmt). Rollie und Tammy sind zurück, mit ihnen ein Elch in Teilen, zwei davon rechts und links an die Schwimmkufen des Flugzeugs gebunden. Sachen gibt’s… Rock ist alleine im Jagdcamp verblieben, denn es sind ja wie geschrieben zwei Elche das Ziel. Und jetzt wird’s deftig: Die einzelnen Elchstücke müssen vom Flieger per Schubkarren ins Kühlhaus verladen werden, eine schwere, blutige und rutschige Angelegenheit. Frau T. ist tapfer, hält sich aber eher an die logistischen Aufgaben, Mr. T. muss dafür voll mit ran ans Fleisch. Rollie bleibt nur über Nacht, Tammy bleibt gänzlich und so machen wir die Cessna am nächsten Tag wieder flott und hoffen auf baldige Heimkehr der verbliebenen Jäger. Mit Tammy ist es ja eher etwas zäh, deshalb arbeiten wir nun gerne noch ausdauernder und verbringen eher weniger Zeit im Haupthaus, werden aber ziemlich schnell erlöst. Wiederum zwei Tage später sind die Herren zurück und mit ihnen ein Prachtexemplar von Bull Moose. Es passen nicht mal alle Teile des Tieres in den Flieger, für den Campabbau sind aber ohnehin mehrere Trips notwendig. Alle sind froh, dass alles so glatt lief, die Elche sähen dies vermutlich anders. Es folgen noch zwei emsige Tage der Nachbereitung, bevor alles verstaut, gewaschen und sauber ist, dann reist ein glücklicher Rock ab und hinterlässt uns in seiner Cabin ein sehr, sehr saftiges Trinkgeld, mit dem wir nie im Leben gerechnet hätten. Nach all der Action gehen wir dann auch schon in unsere letzte Woche hier am Nimpo Lake. Wir wenden uns wieder den üblichen Instandhaltungsaufgaben zu, machen die Cabins winterfest und verladen ordentlich „brush loads“. 

Die "Früchte" unserer Arbeit
 Leider hat der kolossale Dodge Ram in der Zwischenzeit einen Motorschaden erlitten (hat mit unserem souveränen Fahrstil sicher überhaupt nichts zu tun), so dass wir uns nun wechselweise mit einem Anhänger und einem kleinen Izuzu-Pickup behelfen, der leider über keinerlei Glasscheiben mehr verfügt. Einer unserer workaway-Vorgänger hatte sich damit überschlagen, dass er keinen Führerschein besaß, hat er Rollie erst später gebeichtet. Gut, der hatte ja auch nicht gefragt. Allerdings war ebendieser Kollege wohl generell auch etwas unvorsichtiger Natur, er schnitt sich nämlich hier zusätzlich mit der Motorsäge ins Bein. Nee nee, sowas wollen wir dann doch lieber vermeiden, Mr. T. rasiert sich lediglich mit einer Axt den kleinen Fußzeh, Dabei war dieser gar nicht so stark behaart. Frau T. bleibt im Kabel des Holzspaltautomaten hängen und befördert sich in die Horizontale. Diverse andere kleine Unfälle finden statt, die, angesichts der wilden Lebensumstände hier, jedoch nicht weiter erwähnenswert sind. Die letzte Woche mit Rollie verläuft gewohnt harmonisch, wir glauben, er würde uns am Liebsten adoptieren (zumindest jeweils ab Crown Royal No. 2) aber wir (und ganz besonders Frau T., das Stadtmädsche) sind sehr froh, wenn es jetzt endlich wieder Richtung Urbanität geht. Die letzten Arbeitstage lassen wir es dann auch entspannter angehen, starten die ein oder andere Quad- und Kanutour und bekommen an unserem letzten Samstag hier ein großes amerikanisches Thanksgivingfeast aufgefahren, das feiert man in Kanada nämlich schon im Oktober. Leider liegt dieses insbesondere Frau T. nachts dann ziemlich schwer im Magen, so ganz frisch waren die einzelnen Zutaten für die Truthahnfüllung wahrscheinlich nicht mehr, aber so ist es hier eben im wilden Westen. Das Packen und Großreinemachen unserer Cabin geht uns dann wieder ganz beschwingt von der Hand, und die letzte Dienstpflicht am Abreisetag besteht für Mr. T. darin, zusammen mit Rollie die dezent müffelnden Elchteile aus dem Kühlhaus in dessen SUV zu verladen, denn die gehen jetzt zum deutschen Metzger des Vertrauens, fünf Stunden entfernt in 100 Mile House. So fügt es sich, dass uns unser Gastgeber auf unserem Transit Richtung Seattle noch ein Stück begleitet (in getrennten Autos) und wir kostenfrei (da lacht das Travellerherz) in seinem halbfertigen Häuschen in 103 Mile House übernachten dürfen, Widerrede ohnehin zwecklos. Das waren also unsere wilden Wochen im Chilcotin, wir haben viel erlebt, gelernt und gesehen, einiges davon hätten wir nicht unbedingt sehen müssen, aber auch das erweitert den Horizont. Jetzt freuen wir uns wieder auf unbegrenzt heißes Wasser, volle Supermarktregale, schnelles Wlan und städtische Restaurants. Seattle, New York und Florida heißen die nächsten Stationen.