Donnerstag, 27. November 2014

Der Urlaub ist zuende!


Nach unserem über dreiwöchigen „Heimaturlaub“ unter der Sonne Floridas, beginnt dann wieder der Ernst des Travellerlebens, welcher uns vom äußersten amerikanischen Südosten in den äußersten amerikanischen Nordwesten führen soll (note to myklugscheißerself: Ok, Alaska zählt jetzt mal nicht). Praktischerweise treten wir diesen Trip mit dem Flugzeug an, denn für ‘nen Roadtrip ist‘s uns einfach nicht weit genug. Unter Berücksichtigung unseres Budgets (oder liegt es einfach nur am Flugplan?) müssen wir die Reise allerdings über Detroit antreten, wo dann die Transitzeit zwischen den Fliegern mit 35 Minuten nur sehr knapp bemessen ist. Dies bereitet Frau T. im Vorhinein zwar ein paar Bauchschmerzen, aber eigentlich nimmt sie es schon ganz schön locker kanadisch. Dennoch planen wir dann wiederum ganz urdeutsch, beim Umstieg keinerlei Zeit zu verlieren und maximal effizient vorzugehen. Der Flug von Orlando nach Detroit ist nicht viel mehr als ein Katzensprung und verläuft ganz sanft, etwas stutzig macht uns nur das Pärchen mit Kleinkind neben uns, da SIE es sich auch während des Landeanflugs mit dem Kleinen ganz kuschlig macht und quer über die Dreierreihe entspannt abhängt. Sobald die Maschine am Gate andockt und die Reihen vor uns den Flieger verlassen, gehen wir auch schon in leichten Trab über, da der Weiterflug ungünstiger Weise vom anderen Ende des Terminals abgeht. Aus leichtem Trab wird moderater Galopp, bis die Lunge brennt und die Beine etwas weich werden. Natürlich haben wir es aber noch “in time“ geschafft und können problemlos boarden. Wir sitzen bereits zehn Minuten und so langsam müssten die Türen schließen, da sehen wir wie die Landeanflugsfamilie locker mit Kind, Kegel und Starbucksbechern den Gang entlanggeschlurft kommt. Uns wird also direkt wieder eine „hang loose“-Lektion erteilt, auch wenn einem das mit dem Lockerbleiben nicht immer so leicht fällt, wie sich im Tagesverlauf noch zeigen wird. Der Flug von Detroit nach Seattle verläuft aber auch wieder reibungslos und wird uns durch die kleine Sophie, 11 Monate, versüßt, die mit ihrer Mama neben uns sitzt und uns mit ihrer Zuckerschnute bespaßt. Oder verläuft es andersrum? Das Gröbste ist nun also geschafft und jetzt heißt es nur noch Koffer schnappen, Auto abholen und auf zum Übernachtungsstopp. Leider hakt es dann aber schon beim ersten Schritt. Das Gepäckband dreht seine Runden, entledigt sich bald all seiner Last und stoppt dann irgendwann. Unsere Koffer hat es aber leider nicht gebracht. Mist, müssen wir wohl bei dem Deltaschalter reklamieren. Nun wäre es der Sache sehr zuträglich, Mr. T. hätte seinen Gepäckschein aufbewahrt. Ist aber leider nicht der Fall, denn wie hätte man(n) auch ahnen können, dass man dieses Ding wirklich mal braucht. Frau T. reagiert very not amused und unsere Größenverhältnisse ändern sich für den Augenblick drastisch. Die Frau am Deltaschalter sieht das aber ganz entspannt und findet unser Gepäck auch so, dass es allerdings vorerst in Detroit geblieben ist, scheint für sie das normalste der Welt zu sein. Mit dem nächsten Flieger sollte es dann aber klappen, ausliefern können Sie das Gepäck bis dorthin wo wir übernachten nicht, wir sollen dann doch einfach ab 19.30 Uhr nochmal vorbeischauen. Wenn‘s weiter nichts ist… Wir machen also aus der Not eine Tugend, müssen ja eh erstmal zu unserem Auto kommen und unsere Reiseroute Richtung Norden führt uns dann glücklicherweise ohnehin wieder am Airport vorbei. Nun folgt der nächste Stolperstein: Die Visitenkarte unseres Shuttleservice (Teil unserer ParkSleepFly-Combo) weist uns an, telefonisch das Shuttle zu ordern und dann vor dem ABFLUGS-Bereich zu warten.  Auch die unmotivierte Dame am Telefon lässt uns in diesem Glauben, in zehn Minuten sei der Fahrer da. Nach einer knappen Stunde und dem mittlerweile dritten Reklamationsanruf stellt sich dann jedoch schon heraus, dass der Pickup im ANKUNFTS-Bereich erfolgt. Haben also wohl schon gefühlt 27 Fahrer umsonst auf uns gewartet, während wir eine Fahrspur oberhalb standen wie die Eisheiligen, der Temperaturunterschied Florida – Washington beträgt läppische 26 Grad. Eigentlich wird es langsam fast amüsant. Glücklicherweise stellt sich dann wenigstens der Taxifahrer als fahrtauglich, ortskundig und englischsprachig heraus, so dass wir es endlich zum Parkplatz unseres guten, alten Reisebegleiters schaffen. Unsere treue Seele von Automobil erweist sich dann auch wieder als verlässliche Konstante unseres so unsteten Daseins und schnurrt nach 4 Wochen Stillstand wie ein Kätzchen. Da wir bis zur Gepäckankunft noch ein wenig Zeit haben, schippern wir erst zur unvermeidlichen Fastfoodbude (wie immer verlaufen Ernährungsbewusstsein und Erschöpfung genau entgegengesetzt), anschließend zum Flughafen, liebkosen unsere Koffer und weiter geht’s nach Arlington eine Stunde nördlich von Seattle, unser Hort für die Nacht. Für einen sehr vernünftigen Preis (Amerika ist einfach so much cheaper als unsere Wahlheimat)  nächtigen wir im Hotel und kaufen uns am nächsten Morgen auf Empfehlung von Rollie aus Nimpo Lake bei Discount Tire zwei neue Schlappen für hinten. Die ganze Transaktion verläuft sensationell günstig, schnell und kundenfreundlich, hat er also echt gut empfohlen, der Rollie. Uns reicht‘s jetzt aber mit der Reiserei schon wieder und so sind wir froh am frühen Nachmittag in Vancouver einzulaufen, unserer Heimat bis zum Jahresende. Die Einreise nach CAN verläuft wieder ganz geschmeidig, wir vergessen zwar zuerst unseren Reifenkauf anzugeben, dem aufmerksamen Grenzbeamten entgeht dies allerdings nicht. Stellt aber keinerlei Problem dar und als wir ihm von unserer Beschäftigung auf dem Weihnachtsmarkt erzählen, wird unser Verhältnis fast schon freundschaftlich. In Vancouver haben wir uns per AirBnB sehr gediegen mitten in der Stadt in Yaletown eingemietet. Das kommt uns zwar überhaupt nicht günstig, unter Abwägung der Pro’s und Kontra’s finden wir aber, dass es die beste Lösung ist. Wir residieren ganz nordamerikanisch-urban in einem Appartementhochhaus mit Zugangscode, Pförtner, Pool und Fitnessraum, haben eine kleine, aber recht feine, Wohnung und das Auto passt auch in die Tiefgarage, ist sogar locker noch 1cm Platz bis zur Decke. Hätten wir ja nochmal aufstocken können… In den nächsten Wochen wird nun wie die geneigte Leserschaft weiß und oben geschrieben so richtig malocht; festangestellt, Vollzeit, mit allem Pipapo auf dem Vancouver Christmas Market nach Art eines Deutschen Weihnachtsmarkts. Mit anderen Worten, wir verdienen Geld! Mehr hierzu dann im nächsten Beitrag, bis dahin erfreuen wir uns sehr an der – wie allseits bekannt - extrem lebenswerten Stadt Vancouver, BC. An dieser Stelle verweise ich gerne nochmal auf unser Weihnachtspostgewinnspiel.

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