Freitag, 10. April 2015

Ein Sonntag in Vancouver

Chinatown
Unser letzter Sonntag in Vancouver und dazu noch Ostern - das muss gebührend gefeiert werden. Mit einem bunten Ausflugs- und Kulinarikprogramm. Das Wetter zeigt sich mal wieder von seiner prächtigsten Seite und wir nehmen an einem Stadtspaziergang zum Thema Chinatown teil. Dieser wird von der Firma Tour Guys kostenfrei angeboten, am Ende der Tour gibt man dann, je nachdem wie es einem gefallen hat, Trinkgeld. Ein gutes Konzept und in Chinatown waren wir eh noch nicht größer, daher machen wir uns auf zum Treffpunkt an der Art Gallery.

Chinesische Leckerlis Part 1

Chinesische Leckerlis Part 2

Dort treffen wir zunächst auf unsere Guide Alex (weiblich, Führerin klingt blöd) und auf einen jungen Mann, der sich uns als Johnny vorstellt. Schnell wird klar, dass Johnny auch aus Deutschland kommt und Work&Traveller ist und zunächst versucht er noch Englisch mit uns zu sprechen, denn, wie er vor wenigen Tagen mit einem anderen deutschen Traveller festgestellt hat, ist seine deutsche Grammatik so gut wie nicht mehr existent, weil er so viel Englisch spricht. Selbst mit seinem Bruder, mit dem er in sein Work & Travel Jahr gestartet ist, hat er ausschließlich Englisch gesprochen und ist verwundert, dass wir als Ehepaar miteinander Deutsch sprechen. Ich liebe diese Begegnungen mit lustigen Menschen, die eine verquere Selbstwahrnehmung haben. Denn meinem Empfinden nach ist seine deutsche Grammatik wesentlich ausgereifter als die englische.

Dr. Sun Yat-Sen Garden
Nun ja, besinnen wir uns auf die Tour. Mittlerweile sind noch ein paar Menschen mehr eingetrudelt und Alex führt uns recht kurzweilig und mit einigen Anekdötchen durch die Innenstadt nach Chinatown, wo wir erfahren, wie es hier vor vielen Jahren einmal aussah, wer die einflussreichsten chinesischen Immigranten waren und wieso diese es nicht immer leicht hatten. Insgesamt eine ganz "nette" Führung, insbesondere in Chinatown hätten wir uns aber noch ein bisschen mehr Input erwartet, wenn die Tour schon so heißt, aber wir haben heute ja noch mehr vor, stärken uns, zurück in Downtown, erstmal mit ein paar Sushirollen und ziehen dann weiter zum Roedde House im West End.

Roedde House
Die Roeddes waren eine deutsche Buchbinder-Immigrantenfamilie, deren Haus im viktorianischen Stil nun als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Hier ist es, als würde man in eine andere, längst vergangene Zeit, abtauchen.

Wer findet was Deutsches?

Sonntags wird wahlweise zur Führung Tee aus feinstem Porzellan gereicht und ergraute Ehrenamtliche zeigen einem die Räumlichkeiten, die man anschließend auch noch auf eigene Faust besichtigen kann. Beseelt von so viel Kultur und ungemein reich an neuem Erfahrungsschatz treten wir den Rückweg durch das frühlingshafte Vancouver in Richtung Wohnung an, nicht ohne uns noch mit einem Heißgetränk bei Tim Hortons einzudecken - wer weiß, wann wir je wieder in den Genuss kommen?!

Frau Roeddes Knopfsammlung?

Herr Roeddes Zahnbürste?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen