Samstag, 18. April 2015

Radtour nach Schönbrunn


Wer an Wien denkt, denkt an Sisi. Wer an die Kaiserin Elisabeth denkt, denkt an das Schloss Schönnbrunn. Nicht? Na, jetzt schon! Auch in Wien wollen wir unserem Grundsatz "auf öffentliche Verkehrsmittel verzichten" so gut es geht treu bleiben und so schwingen wir eines schönen und warmen Frühlingstages unsere Hinterteile auf die City Bikes. Also, würden wir zumindest gerne. Aber an der City Bike Station nahe unserer Wohnung ist kein einziges Fahrrad vorhanden.

Chillometer im Nashorngehege

In Wien gibt es ein ziemlich geniales System des Fahrradverleihs. An über 120 Terminals in der Stadt kann man anhand einer Kreditkarte und einem selbst gewählten Passwort eines der dort vorrätigen Fahrräder bis zu einer Stunde kostenlos ausleihen. Die Rückgabe kann an einer frei wählbaren Station erfolgen. Ziemlich easy und die Räder sind echt gut in Schuss...wenn sie denn da sind. Hier gibts also schon mal kein Fahrrad, Frau T. hat "ja gleich gesagt, dass wir zu einer anderen Station gehen sollen". Die Stimmung ist also mal wieder Bombe. Einmal in die Hände gespuckt und schon ziehen wir weiter, man kennt sich ja schließlich aus in der Stadt.

Kuckuck, ei, was is denn da?

Nach nur wenigen Minuten Gehzeit erreichen wir die nächste City Bike Station und, dem Himmel sei Dank, hier gibt es auch ein paar Drahtesel. Zwei reichen ja schon. Mit Kennerblick trifft jeder seine Wahl. Mr. T. beachtet hierbei folgende Faktoren: hat das Rad eine Gangschaltung, sind die Reifen aufgepumpt, welche Griffe sind am Lenker? Frau T. entscheidet sich, wie ungewohnt für sie, blitzschnell. Das Fahrrad mit dem niedrigsten Sattel wird es. So spart man sich Arbeit und die Hände werden auch nicht schmutzig. Nur 10 Sekunden auf dem Sattel und schon bewegt sich die Stimmung femininerseits gefährlich nahe am Gefrierpunkt. Auf dem Sattel rutscht man doof nach vorne, das Rad verfügt weder über Handbremse noch Gangschaltung und die Griffe tun voll doll an den Handinnenflächen weh. Es ist aber auch wie verflixt heute. Mr. T. versucht es mit stillschweigendem Verständnis und irgendwie groovt sich das Nervenbündel dann auch ein, fast schon zu schnell geht die Fahrt vorbei und wir parken unsere fahrbaren Untersätze vor den Toren von Sisis Sommerresidenz.

Brave, kleine Miezekatze!

Unser Ziel ist nicht das Schloss selbst, auch wenn dieses natürlich fein anzuschauen ist, nein, heute wollen wir in den Tiergarten Schönbrunn, der sich im Schlosspark befindet. Der Wiener Zoo ist sehr schön und weitläufig angelegt, es gibt viele unterschiedliche Tiere, die entweder chillen oder fressen. Die Elefanten knabbern Äste, die sie sich vorher in ihren Rüsseln gestapelt und bereit gelegt haben, die Totenkopfaffen klauen sich gegenseitig die Kartoffelstückchen aus den Griffeln, einzig die Eisbären sorgen für Stimmung und bespaßen sich mit einem Plastikeimer.

Paaarty!

Auch der fröhlichste Zoobesuch hat einmal ein Ende und so lustwandeln wir noch ein wenig durch den Schlosspark hinauf zur Gloriette, von der aus man einen famosen Blick auf das Schloss und auf Teile Wiens hat. Nach einem ausführlichen Picknick- und Foto-Stopp (ist ja nicht so, als wären wir schon zigmal dort oben gewesen, aber Frau T. muss unbedingt ihre neue Kamera ausprobieren), machen wir uns an den Abstieg. Zurück an der Fahrradstation begeht Frau T. dieses Mal keine Fehler bei der Auswahl und so gleitet die Heimfahrt dahin wie ein Messer durch angeschmolzene Butter. Butter - perfektes Stichwort! Denn am Abend werden wir uns ein ethisch völlig inkorrektes Wiener Schnitzel schmecken lassen! Servus!


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